Wenn man keinen Kindergartenplatz bekommt

By | 24. September 2013

Ich weiss, ich bin euch noch einen Urlaubsbericht aus dem schönen Südfrankreich schuldig, aber hier geht es weiterhin hoch her und ich finde keine Ruhe. Heute will ich euch von einem Thema berichten, das auch seinen Teil dazu beigetragen hat, das ich einfach nicht zur Ruhe komme: Der Kindergartenplatz für Junior!

Unser Mini war noch keine 1,5 Jahre alt, da vereinbarten wir vor unserem Urlaub in Sizilien, einen Termin mit der Leitung des Kindergartens, der uns am Nahesten liegt. Ich dachte, gut, wir haben 4!!! Kindergärten in unserem Dorf ( die Gemeinde hat insgesamt 8) liege gut n der Zeit und bei so vielen Kigas wird das schon schief gehen. Der Termin war ganz nett, einer dieser Termine mit ein bischen geplänkel und ein bisschen umschauen, Fragen stellen, antworten bekommen und mit einem guten Gefühl Nachhause gehen. Wir sahen die Räume und man sagte uns das es bestimmt klappt, höchstens man habe viele Geschwisterkinder – welche bevorzugt behandelt werden.

Ich rechnete mit einem Bescheid zwischen Ende Oktober und Anfang November und war somit überrascht als letzten Montag schon ein Brief von Kindergarten im Kasten war. Ich öffnete ihr sogar voller Vorfreude und dachte mir „Sehr schön, nun wissen wir ja doch früher wann Junior zum Kindergartenkind wird!“ Um so entsetzter war ich, als ich las, das sie unser Kind nicht aufnehmen können. WAS??? Mein Sohn hat keinen Kindergartenplatz? Ich fiel sofort aus allen Wolken und rief den Kiga an. Sicher die Frau entschuldigte sich schön und erklärte, das insgesamt 9 Kinder zw. 2 und 3 keinen Platz in ihrer Einrichtung bekommen hätten, es seien so viele Geschwister und geplante Schulanfänger wären auch nicht alle eingeschult worden.

Gut, bestimmt haben auch die sich das auch anders vorgestellt, aber im Endeffekt nutze mir das nichts und ich wandte mich, wie schon im Brief angeboten telefonisch an unser Familienamt vor Ort. Herr XY war natürlich genau an diesem Nachmittag nicht im Haus und Frau ABC für die ich meine Telefonnummer hinterliess rief mich auch nicht zurück. Ich probierte mein Glück bei einem Kindergarten, den mir die Leitung des Absage-Kiga nannte, doch auch da war die Leitung nicht greifbar und ich hinterließ der Kollegin meine Nummer, damit mich die Leitung am nächsten Vormittag Zurückrufen könne. Auf diesen Rückruf warte ich übrigens noch heute….

Aber Mama gibt nicht auf, am nächsten Tag kurz nach Geschäftsbeginn hatte ich Herrn XY am Apperate der mein Problem aufnahm und gelobte mich noch am selben Tag zurück zu rufen, er habe die Telnr. hier stehen, die Kollegin hatte sie ja aufgeschrieben. Äh ja… Er rief mich tatsächlich im laufe des Tages an, sprach von Emails und Infos und schlug mir vor einen bestimmten Kindergarten zu kontaktieren, in dem Wohl ein Plätzchen frei wäre, sicher war er nicht. Die Frau war erstaunt das ich über einen freien Platz sprach und erkundigte sich, woher ich diese Info hätte, wir konnte aber alles schnell klären und ich erfuhr das es eine Familie gäbe die wohl umziehen wolle.

Sie würde Morgen genaueres wissen und würde mich (wie alle und immer^^) am nächsten Tag anrufen. Meine Daten und die des Kindes nahm sie dabei schon auf. Ich fühlte mich komisch…. Sicher wollte ich den Platz für Mini, aber ich fand es nicht richtig zu hoffen, das diese Familie umziehen würde. (man weiss ja ne welche Gründe bestehen) Ja, ich hatte Hoffnung, aber freuen konnte ich mich nicht, damit wollte ich bis zum Rückruf warten, denn die Vorfreude beim öffnen des Briefes Tage zuvor erstickte auch im Keim. Was war ich schockiert, was war ich traurig und wütend und was noch alles, gleichzeitig, hintereinander und nebenher. Ich konnte mich auf nichts konzentrieren, als wäre ich gar nicht da.

Dann die erlösende Nachricht: Es würde Umgezogen und damit bekäme Junior den freien Platz im Kindergarten. Bleibt nur noch zu klären, ob 6 Wochen oder 2 Wochen vor dem 3. Geburtstag. Ich bin sooo erleichtert, habe aber trotzdem noch ein komisches Gefühl. Nach der ganzen Aufregung muss das auch erst einmal sacken. Immerhin wieder eine Sorge weniger, auch wenn ich mich mit all den Kleinigkeiten und sonstigen Sachen weiterhin nicht angekommen fühle. Auch wenn hier und da viel zu tun ist, der Kindergartenplatz war mir wirklich wichtig, schon alleine deswegen, weil wir nur ein Kind in seinem Alter haben das wir öfter treffen. Aber auch weil man im Kiga so viel lernt und dann sollten wir das erste Jahr verpassen?!

Eines zumindest habe ich daraus gelernt: Da denkt man, man lebt auf dem Dorf und die Uhren ticken anders, man glaubt das wir schon nicht so viele sind, das man sich sputen muss, man denkt, das wird schon klappen. Das nächste Kind wird direkt bei der Geburt in allen 4 Kindergärten angemeldet, auch wenn wir dann wohl auf den Geschwisterbonus bauen können, oder vielleicht zwecks Altersunterschied auch nicht mehr, doch sowas will ich wirklich nicht noch einmal erleben müssen. Und ein wenig wehmütig werde ich schon, wenn ich daran denke das der Kleine schon bald ein Kindergartenkind ist und einen neuen  Meilenstein in seinem Leben erreicht! 🙂

One thought on “Wenn man keinen Kindergartenplatz bekommt

  1. Regina

    Das mit den Kindergartenplätze ist schon ein Thema für sich. Ist schon unglaublich, was wir als Eltern in dieser Hinsicht alles durchmachen müssen, bevor unsere Kinder endlich ein Platz bekommen. Bei uns hieß es auch monatelang, dass wir kein Platz bekommen und am Ende haben wir doch noch Glück gehabt. So etwas ist weder für uns Elternteile noch für die Kinder zumutbar und man kann nur hoffen, dass sich da irgend wann etwas ändern wird.

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