Elterngeld Plus – Wer hat was davon?

By | 16. Dezember 2015

Wie es als Networking/Working Mum ist, muss ich vielen von euch bestimmt nicht erklären, unter den Leserinnen meines Blogs werden sich sicherlich einige “Betroffene”  finden. Wer kennt dies nicht?

  • Das Kind schläft – Computer fährt hoch – das Kind ist wach!

  • Das Kind spielt mit Papa – man schreibt einen Satz – das Kind hat ein ganz wichtiges, zeitaufwendiges Anliegen.

  • Du arbeitest Nachtschicht und das Kind schläft nicht durch.

  • Das Kind darf den Nachmittag zu Oma – du stellst dich auf arbeiten ein – das Kind will zuhause bleiben.^^

Seit Juniors 10. Lebensmonat arbeite ich wieder. Eigentlich war der Plan, auch während der Elternzeit etwas zur Haushaltskasse beizutragen. Zu meinem Pech wurde mir das als Selbstständige aber schön mit dem Elterngeld verrechnet und ich durfte einige hart verdiente Scheinchen wieder zurückzahlen. Da wurde man quasi bestraft dafür, dass man als Mutter gearbeitet hat. Seit er in den Kiga geht, arbeite ich am Vormittag, am Nachmittag steht der Haushalt und Zeit mit Mini an, denn unser Kiga hat nur an zwei Nachmittagen in der Woche geöffnet. WOW! Wie bitte soll Frau bzw. Mama da einen geregelten Job finden? Welcher AG macht das heute noch mit? Und lohnt sich das Arbeiten überhaupt noch, wenn man sich eine zusätzliche, natürlich kostenintensive Möglichkeit der Kinderbetreuung suchen muss? In den meisten Fällen lautet die Antwort ganz klar NEIN! Frau Schwesig hat dazu das Elterngeld Plus herausgebracht, aber ist das nun besser?

Die 3 neuen Elterngeldmodelle

Eltern, deren Kinder ab dem 01.07.2015 geboren wurden (für alle davor gelten die alten Regelungen) haben drei Möglichkeiten Elterngeld zu beziehen:

  1. Das Basiselterngeld (neue Bezeichnung für das alte Elterngeld ohne Änderungen)  – 12 Monate volles Elterngeld, wenn man nicht arbeitet

  2. ElterngeldPlus – Elterngeld aufgeteilt auf 24 Monate

  3. ElterngeldPlus mit Zuverdienst – das heißt, für jeden Monat, den man in Teilzeit tätig ist, bekommt man einen halben Elterngeldmonat plus

Wenn man schon vor dem ersten Lebensjahr des Kindes wieder in Teilzeit Arbeitet, muss man nichts mehr zurückbezahlen, das Elterngelt wird aufgeteilt und der Rest einfach nach dem 1. Jahr ausbezahlt. Elterngeld Plus scheint also im Grunde etwas besser für Teilzeitangestellte, es kommt aber auch hier immer darauf an, wieviel man dazuverdient und wie sich das Ganze dann berechnet. Ganz schön verwirrend, ja. Zwischen den drei Varianten kann man außerdem springen. Ich würde anraten, sich mit seiner Elterngeldstelle in Verbindung zu setzen, um herauszufinden, welches Modell bzw. welche Kombi für den Einzelnen die beste finanzielle Lösung bietet.

Und was hat es mit diesen 28 Monaten ElterngeldPlus auf sich? Der Partnerschaftsbonus!

Mütter, die quasi nach der Geburt aus dem Bett hüpfen, um maximal 30 Wochenstunden weiter zu arbeiten,  können, wenn sie das 24 Monate durchziehen, eben diese 24 Monate ElterngeldPlus bekommen, müssen aber evtl. sogar selbst die Kosten für die Krankenkasse tragen. (Auch ich darf meine KK selbst bezahlen…) Wenn der liebe Herr Gemahl dann WÄHREND der Elternzeit der Mutter auch vier Partnermonate nimmt, in denen er seine Arbeitszeit auf 25-30 Stunden wöchentlich reduziert (nicht aufhört zu arbeiten), und die Frau schön weiter ihre guten 30 h in der Woche arbeitet, ja , dann gibt es 28 Monate ElterngeldPlus. Alleinerziehende können ElterngeldPlus und den Partnerschaftsbonus im gleichen Maße nutzen, jedoch NUR, wenn sie auch das alleinige Sorgerecht tragen.

Ich bin auch nur eine ganz normale Mama, daher kann mein Text nicht als Rechtsberatung angesehen werden. Wer es genauer wissen will, auch weil sich im Laufe der Zeit vieles schnell wieder ändern kann, sollte sich mal auf der Seite vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend umschauen.